Preis Politische Bildung 2019 verliehen

Der Preis für politische Bildung würdigt alle zwei Jahre besondere Projekte, die einen Beitrag zur Demokratieförderung leisten. Caren Marks überreichte in Berlin den ersten Preis an ein Projekt aus Chemnitz.

In Berlin ist am 3. Juni 2019 der bap-Preis Politische Bildung verliehen worden. Der Preis würdigt kreative und innovative Projekte und wird durch den Bundesausschuss Politische Bildung e. V. (bap) vergeben. Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesjugendministerin, nahm an der Verleihung teil und überreichte in der Kalkscheune den ersten Preis an das Chemnitzer Projekt “Comparti – politische Bildung und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten”.

Caren Marks: “Die Demokratie braucht Demokratinnen und Demokraten. Menschen, die diese Werte im Alltag leben und für eine demokratische Streitkultur einstehen. Mitbürgerinnen und Mitbürger, die – bei allen Unterschieden – das Verbindende in den Vordergrund stellen und unseren Zusammenhalt stärken. Personen und Projekte, die genau das tun, zeichnen wir heute mit dem Preis politische Bildung aus. Ihnen gebührt Anerkennung, Dank und Respekt.”

Für den diesjährigen Preis wurden 142 Ideen und Projekte eingereicht, eine siebenköpfige Jury kürte drei Preisträger und verlieh einen Sonderpreis.

Einen Sonderpreis für ihr Engagement gegen Antisemitismus erhält die bundesweit agierende Initiative “Rent a Jew” der Europäischen Janusz Korczak Akademie. Die Initiative vermittelt ehrenamtlich und kostenfrei jüdische Dialogpartnerinnen und Dialogpartner aller Altersklassen an Schulen, Volkshochschulen, Vereine oder Kirchengemeinden.

Im Gespräch brechen sie das oft abstrakte Bild von Juden und Jüdinnen auf und stellen das aktuelle jüdische Leben aus erster Hand vor. Dabei sind alle Fragen erlaubt – ohne Tabus. Besonders wichtig ist der Initiative der Austausch mit der Generation der zehn- bis 27‐Jährigen. Echte Begegnungen sind in Zeiten von Digitalisierung und Fake News wichtiger denn je. Eine Gesellschaft, die Antisemitismus toleriert, ist auch für andere Formen des Hasses anfällig.

Der Preis Politische Bildung wird seit 2009 alle zwei Jahre mit einem wechselnden thematischen Fokus ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Projekte und Veranstaltungen, die:

  • die demokratisch‐politische Kultur nachhaltig stützen und entwickeln,
  • politisches Lernen kreativ fördern, 
  • für das Gemeinwesen wichtige neue Themen für die politische Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen einbringen.

Die Preisvergabe erfolgt zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung sowie mit Unterstützung durch das Bundesfamilienministerium. Der Preis steht im Jahr 2019 unter dem Motto “Wir müssen reden!”

Bildnachweis: BMFSFJ/Dirk Enters