Besuch des Leseclubs im Quartierstreff Wiesenau

Am Dienstag besuchten die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Dr. Jörg F. Maas (Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen) den Leseclub im Quartierstreff Wiesenau, Langenhagen. Auch Karl Heinz Range (Geschäftsführer KSG Hannover), Claudia Koch (Quartiersmanagerin KSG Hannover), Kinder und Ehrenamtliche nahmen teil.

Caren Marks: „Mit ‚Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung‘ werden die Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche verbessert. Gerade sie sind es, die aufgrund von schwierigen sozialen oder finanziellen Verhältnissen oft keinen Zugang zu außerschulischen, kulturellen Bildungsangeboten haben. Im Leseclub kommen viele Kinder aus ganz unterschiedlichen Elternhäusern zusammen und lernen gemeinsam auf spielerische Art und Weise besser zu lesen – das finde ich toll.“

„Der Leseclub hier im Quartierstreff Wiesenau ist zu einer echten Institution in Langenhagen geworden. Er ist wöchentlich geöffnet, einmal im Monat findet unsere ‚Aktion Ohrenschmaus‘ statt, an der den Kindern nur vorgelesen wird“, sagt Karl Heinz Range. „Die Betreuung der Kinder übernehmen mehrere Ehrenamtliche. Wir freuen uns daher sehr, dass der Club künftig weiter mit Medienpaketen und einem Weiterbildungsprogramm gefördert wird“, so Claudia Koch. Sie ergänzt, dass der Leseclub nicht nur ein attraktives Nachmittagsprogramm für die Kinder darstellt, sondern sich Bewohner aktiv ehrenamtlich engagieren.

„Hier in Langenhagen wird das gelebt, was wir mit den Leseclubs erreichen wollen: Mädchen und Jungen beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Geschichten und Büchern, lesen gemeinsam, bringen anderen ihre Freude am Lesen näher. So erhalten sie wohnortnahe Zugänge zu kultureller Bildung. Die Betreuung übernehmen Eltern oder andere Ehrenamtliche, die so ein breites Netzwerk und attraktives Bildungsangebot schaffen. Nach diesem Vorbild wollen wir bundesweit bis 2022 noch 200 weitere Leseclubs einrichten und die bereits bestehenden verlängern“, ergänzt Dr. Jörg F. Maas.

Die Leseclubs sind eine bundesweite Initiative der Stiftung Lesen. Das Konzept unter dem Motto „Mit Freu(n)den lesen“ hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt: Bislang besuchten über 40.000 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren regelmäßig die rund 275 Leseclubs, die die Stiftung Lesen durch Mittel des vom BMBF geförderten Bundesprogrammes „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mit lokalen Bündnispartnern in allen Bundesländern zwischen 2013 und 2017 eingerichtet hat. Die Kinder treffen sich in den außerunterrichtlichen Lernumgebungen, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und mit verschiedenen Medien zu arbeiten und kreative Ideen zu entwickeln.

Neben einer umfangreichen Medienausstattung erhalten die Leseclub-Betreuer Weiterbildungen. Diese tragen entscheidend zum erfolgreichen Aufbau und einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Leseclubs bei, die auf der engagierten Arbeit von deutschlandweit rund 1.000 Betreuer/-innen basieren. In den Leseclubs können Kinder betreute freizeitorientierte Angebote wahrnehmen, die ohne Notendruck ihre Lesemotivation steigern. Sie eröffnen besonders niedrigschwellige Zugänge zum Lesen. So erreichen sie auch Kinder aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen. Die Leseclubs machen sich den sogenannten „Peer-Group-Effekt“ zunutze, da sie Kindern Raum bieten, sich gegenseitig zu unterstützen und zum regelmäßigen Lesen zu motivieren.

Foto: Petra Voigt, Nachbarschaftsverein, Dr. Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, und Caren Marks im Quartierstreff Wiesenau