Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe – Start des Projekts „Pausentaste“ für Kinder und Jugendliche, die Familienmitglieder pflegen

 

Nicht nur Erwachsene kümmern sich um pflegebedürftige Angehörige. Nach einer Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) versorgen und pflegen rund 230.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland regelmäßig beispielsweise ihre Eltern oder Geschwister. Um diese jungen Menschen zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das Projekt „Pausentaste“ ins Leben gerufen, das gemeinsam mit der „Nummer gegen Kummer“ ein  anonymes Hotline- und Internet-Angebot bildet.

Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium freut sich über den Start: „Jetzt geht das erste Unterstützungsangebot auf Bundesebene für pflegende Kinder und Jugendliche ans Netz, das Hilfestellung in belastenden Situationen bietet. Denn: Wer anderen hilft, braucht eben manchmal auch selber Hilfe.“

Junge Leute, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, leisten neben Hausarbeit und Geschwisterbetreuung auch Pflegetätigkeiten wie z.B. Mobilisation und Hilfe bei der Nahrungsaufnahme. „Oft sind diese Kinder und Jugendlichen körperlich überanstrengt und haben weniger Freizeit als ihre Freundinnen und Freunde. Nicht selten verschlechtern sich ihre Leistungen in der Schule. Mit ihren Sorgen und Ängsten stehen sie häufig ganz allein da“, so Caren Marks weiter.

Über www.pausentaste.de werden diese Kinder und Jugendlichen erreicht, es geht aber auch darum Lehrkräfte, ambulante Pflegedienste, Sozialdienste an Schulen und Kliniken sowie Jugendorganisationen und die Öffentlichkeit für die Situation zu sensibilisieren.

Online sind Erfahrungsberichte und Interviews mit jungen Pflegenden, Videos und Hinweise auf Beratungsangebote vor Ort. Auch Informationen zu Erkrankungen und Leseempfehlungen werden zur Verfügung gestellt, alles optimiert für mobile Endgeräte.

Darüber hinaus können Kinder und Jugendliche sich kostenlos – auch anonym – an die Hotline des Kinder- und Jugendtelefons der „Nummer gegen Kummer“ wenden – unter der kostenlosen Nummer 116 111 oder per E-Mail über www.nummergegenkummer.de.